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Yin-Yang-Philosophie Asiens
Yin-Yang: Die Einheit der GegensätzeDer Asiate lebt vor dem kulturell-philosophischen Hintergrund von Yin und Yang. Aber was bedeutet das? Konträr dazu wird der Westler erzogen im Lichte des Prinzips von "Entweder-Oder". Mir persönlich eröffnete sich die Tragweite nicht beim Beginn des Studiums östlicher Bewegungskünste 1969, sondern erst (oder sobald) ich meine Dissertation über ganzheitliche Gestalt-Phänomene der Wahrnehmung schrieb. Es geht, einfach gesagt, darum, wie man gegenüber den Gegensätzen eingestellt ist, ob man sie als etwas Konträr-Negatives, also "Zerreißendes" begreift oder als etwas Notwendig-Ergänzendes "Harmonisches".
Yin-Yang ist übersummativ - es geht um eine "Gestalt", bei der etwas Neues entsteht. Ein Beispiel: Mit jedem Auge sieht man die Gegenstände in einem anderen Winkel. Das Gehirn produziert dann die räumliche Tiefe der Perspektive - eine völlig neue Qualität. Dies entspricht dem Kreis des Yin-Yang-Symbols: Kein einzelner Fisch ist rund!
Yin-Qualitäten und ihr Zusammenhang mit Yang sind im Leben sehr wichtig - man denke an Ein- und Ausatmen, Wachen und Schlafen. Ein weiteres schönes Beispiel für Yin ist das Meer: Es tut nichts, liegt nur da - und trotzdem kommen alle Flüsse „von allein“. Oder man denke an trübes Wasser: Man kann es zwar durch eine Handlung (Yang) trüben, aber klar wird es erst, wenn man es in Ruhe lässt (Yin).
Yin-Yang-PhilosophieDas Yin-Yang-Begriffspaar spielt in Asien eine
wichtige Rolle. Anders als der in der Ja-Nein-Logik des Westens aufgewachsene
Mensch ist dem östlichen Menschen auch die ausgleichendere
Sowohl-Als-Auch-Sichtweise vertraut. Wichtig daran ist der entscheidende Punkt, dass bei
letzterer Sichtweise leichter ein ganzheitliches Verständnis für Zusammenhänge
und übergeordnete Einheit erreicht werden kann, wie es die östliche Philosophie
seit Jahrtausenden thematisiert Sehr anschaulich stellt dies das Yin-Yang-Symbol dar,
bei dem der umfassende Kreis für eine mit
Taiji
bezeichnete Ganzheit steht, die nicht näher beschrieben werden kann. Er gehört
jedenfalls nicht zu einem der beiden Fische, sondern kommt erst durch die
geschickte Anordnung dieser zustande. Diese Übersummnativität kennt natürlich
auch der Westler - legt man z. B. 4 Cent-Stücke in Form eines Quadrats, so sieht
man ein Quadrat, ohne das es da ist. Dies beweist anschaulich die Wichtigkeit
von Form und Struktur-Beziehung der Teile
Oft werden die Folgerungen aus der Yin-Yang-Theorie nicht richtig verstanden. Yang ist männlich und Yang ist auch positiv, Yin ist weiblich und negativ. Es ist absurd und nicht gemeint, zu glauben, weiblich sei negativ. Korrelation ist nicht Kausalität: Die Zahl der Geburten nimmt ab - die Zahl der Störche nimmt ab ;-) Auch sollte man nie vergessen, daß Yin-Yang-Philosophie für eine DREIHEIT steht - für die beiden "Gegenpole" und dem gemeinsamen Hintergrund (Mond-Beispiel der Mond selbst, das Gestirn)
Start: Stephan Langhoff | ||||||||||
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